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Mehr als kompetent: Zertifizierungen im Prozess- und Projektmanagement

Systematisches Projekt- und Prozessmanagement sind entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmensführung. Theoretisch. Aber die praktische Umsetzung steht in vielen Unternehmen noch am Anfang. So forschte beispielsweise eine aktuelle Untersuchung des Project Management Institutes (PMI), nach den fehlenden Kompetenzen im Projektmanagement – und welche Kosten diese verursachen. Demnach verlieren europäische Unternehmen fast 13 Prozent ihrer gesamten Projektausgaben durch ausufernde oder scheiternde Projekte. Die Hauptursachen: Eine nicht zur Geschäftsstrategie passende Projektmanagementmethode und die mangelnde Beherrschung der gewählten Methoden.

Im Bereich Prozessmanagement sind viele Unternehmen nicht besser aufgestellt. Die systematische Umsetzung steckt häufig noch in den Anfängen – auch wenn die Bedeutung des Themas durchaus erkannt wird. Entsprechend stellt die Studie „Business Process Management 2017“ der Unternehmensberatung BearingPoint fest: Rund 80 Prozent der Befragten sehen in Prozessmanagement ein „wichtiges“ oder „sehr wichtiges“ Zukunftsthema. Die Unternehmen verfolgen dabei eine ganze Reihe von Zielen – allen voran: Kosteneinsparungen, Transparenzgewinne, Standardisierung sowie mehr Kundenorientierung.

Standards und zertifizierte Fähigkeiten

Mit der wachsenden Bedeutung von professionalisiertem Projekt- und Prozessmanagement stellt sich die Frage, wie entsprechende Kompetenzen erworben und nutzbar gemacht werden können. Dafür bieten sich etablierte Methoden an. Um aber fundierte Methodenkompetenz und praktische Erfahrung nachzuweisen, braucht es standardisierte Zertifizierungen. Solche Zertifikate garantieren ein hohes und nachprüfbares Niveau und sie bieten weitere Vorteile:.

Der Nutzen für Unternehmen

Zum einen erleichtern es definierte Methoden, Projekte zu planen und durchzuführen oder neue Prozesse zu etablieren und bestehende zu verbessern. Denn das jeweilige Vorgehen und die Begrifflichkeiten sind standardisiert – und so für alle Beteiligten nachvollziehbar. Das ist besonders bei komplexen Aufgabenstellungen hilfreich oder bei der (grenzüberschreitenden) Zusammenarbeit gemischter Teams. Hinzu kommt, dass moderne Management-Methoden auch für agile Vorgehensmodelle geeignet sind oder Agilität überhaupt erst ermöglichen. Wichtig, damit das Business flexibel und innovativ auf geänderte Marktbedingungen oder Kundenanforderungen reagieren kann.

Über Methodenkompetenz verfügen, ist gut. Aber wenn Unternehmen diese Kompetenz auch über Zertifikate nachweisen, vervielfältigt sich der Nutzen. Denn viele Kunden verlangen den Nachweis über theoretische und praktische Fähigkeiten – und in öffentlichen Ausschreibungsverfahren sind Zertifizierungen oft alternativlos. So stärken sie die Wettbewerbsposition oder eröffnen neue Märkte, verschaffen Zugang zu neuen Partnern und Lieferanten. Zudem positionieren sich Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber. Und bei der Anstellung neuer Fachkräfte minimiert das gemeinsame Verständnis den Einarbeitungsaufwand.

Der Nutzen für Mitarbeiter
Aus dem Blickwinkel von Fachkräften kommen weitere Argumente hinzu: Die standardisierten Frameworks und Vorgehensweisen erleichtern die tägliche Arbeit und die Bewältigung von großen Projekten. Wer über fundierte Methodenkompetenz verfügt, findet sich schneller in neue Aufgaben ein und kann mit Kunden, Lieferanten und Partnern auf Augenhöhe sprechen.

Außerdem sorgen Zertifizierungen für eine kontinuierliche persönliche Weiterentwicklung – immer auf der Höhe der Zeit. Und nicht zuletzt: Qualifizierte Mitarbeiter, die sich auf das Management von Projekten oder Prozessen verstehen, stechen im Talent-Pool der Kandidaten heraus. Ihre personenbezogene Qualifizierung macht sich entsprechend bemerkbar – im wachsenden Verantwortungsbereich, neuen Job- und Karriereperspektiven und der Gehaltshöhe.

Wichtige Zertifizierungen für Prozess- und Projektmanager

Es existiert eine große Vielfalt an Zertifizierungen. Welches System für wen die richtige Wahl ist, hängt von der Vorerfahrung ab, den persönlichen oder unternehmerischen Zielen, vom freien Budget oder der zur Verfügung stehenden Zeit. Im Zweifel ist es hilfreich, sich beraten zu lassen.

Prozessmanagement mit ITIL®

Im Bereich Prozessmanagement nimmt ITIL® (IT Infrastructure Library) von AXELOS Ltd. eine herausgehobene Position ein. Es gilt weltweit als de-facto-Standard um Geschäftsprozesse bestmöglich digital zu unterstützen. Das Framework von ITIL® ist sehr detailreich und konzentriert sich auf den praktischen IT-Betrieb. Zudem hat es seine besonderen Stärken im Bereich IT-Service-Management – es orientiert sich also am Kundennutzen. Das System bietet eine Sammlung von vordefinierten Referenzprozessen, Richtlinien, Funktionen und Rollen, die dem Lebenszyklus von typischen IT-Dienstleistungen in Unternehmen entsprechen. Angefangen bei der Anforderungserfassung, über die Implementierung, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung bis zur Außerbetriebnahme.

Die Best-Practice-Fälle aus ITIL® sollen Orientierung geben und über Messgrößen zusätzliche Hinweise liefern, ob die Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Zudem arbeitet ITIL® mit Reifegradmodellen, um die Zielsetzung und die zugehörigen Prozesse kontinuierlich zu bewerten. Seit dem 18. Februar 2019 gibt es mit ITIL® 4 eine überarbeitete Version, die sich – beispielsweise durch Feedback Loops – stärker an agilen Methoden orientiert.

Projektmanagement mit PRINCE2®

Seit seinen Anfängen vor 30 Jahren hat sich PRINCE2® (Projects in Controlled Environments) zu einer der weltweit führenden Projektmanagementmethoden entwickelt. Das von der AXELOS Ltd. entwickelte Konzept basiert auf einer produktorientierten Planung und fokussiert immer die wirtschaftliche Rechtfertigung eines Projektes. In vielen Fällen wird das Konzept parallel zu anderen Methoden wie GPM® oder PMI® genutzt, da es in Unternehmen den organisatorischen Rahmen für Projektmanagement bietet. Außerdem lässt es sich nahtlos in eine schon bestehende ITIL-Organisation einbetten.

PRINCE2® beinhaltet Rollen, Prozesse, Techniken sowie definierte Aufgaben und konkrete Handlungsempfehlungen für jede Projektphase. Im Zentrum stehen anwendbare Best-Practice-Methoden. Der Ansatz gilt als skalierbar und besonders flexibel, weshalb er gleichermaßen für kleine und sehr große Projekte geeignet ist und obendrein in den unterschiedlichsten Branchen und Märkten eingesetzt wird. Im Jahr 2017 erschien ein umfangreiches Update, das seit Kurzem auch in deutscher Sprache verfügbar und ab dem Jahresende 2019 prüfungsrelevant ist. Mit dem Update ist PRINCE2® leichter an die Anforderungen des jeweiligen Projektes und seines Umfelds anpassbar und lässt sich problemlos mit agilen Ansätzen kombinieren.

Projektmanagement mit IPMA®/GPM®

Zertifizierungen nach den Projektmanagementstandards der IPMA® (International Project Management Association) werden in Deutschland durch die Zertifizierungsstelle der GPM® (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement) vergeben, weshalb die Abkürzungen IPMA® und GPM® häufig synonym verwendet werden. Besonders in Europa sind das vierstufige Zertifizierungssystem von IPMA® und die ergänzende Basisstufe von GPM® weit verbreitet.

Dabei liegt der Fokus der IPMA®-/GPM®-Zertifikate weniger auf definierten Projektprozessen als auf den Projektmanagern und ihren persönlichen Kompetenzen. Grob zusammengefasst werden damit drei Kompetenzfelder angesprochen:

•Kontextuelle Kompetenzen: Strategie, Strukturen, Compliance und Unternehmenskultur …
•Soziale Kompetenzen: Selbstreflexion, Selbstmanagement, Kommunikation, Führung und Teamarbeit …
•Methodische Kompetenzen: Projektdesign, Organisation und Dokumentation, Ressourcen und Steuerung …

Die Betonung der Soft Skills ist bei IPMA®/GPM® ein gewichtiges Merkmal. In der ab dem 1. Juli 2019 prüfungsrelevanten Version ICB 4.0 (Individual Competence Baseline) rückt die Handlungskompetenz aller projektbeteiligten Personen noch weiter in den Mittelpunkt. Hinzu kommen Kompetenzen, die Projektmanager befähigen, agile Methoden je nach Projektanforderungen auszuwählen und einzusetzen.

Projektmanagement mit PMI®

Der weltweit größte Fachverband für Projektmanagement, das Project Management Institute (PMI®) bietet verschiedene Zertifizierungen an – beispielsweise zum Project Management Professional (PMP®) oder zum Agile Certified Practitioner (ACP®). Diese Zertifikate sind international anerkannt und entsprechen dem Qualitätsstandard ISO 9001. Typischerweise haben Unternehmen und Projektmanager, die sich für eine PMI®-Zertifizierung interessieren, mit kurzen Produktzyklen zu tun, betreuen parallel mehrere Projekte mit ähnlichen Ressourcen, sind stark abhängig von wechselnden Kundenanforderungen oder suchen nach transparenten Verfahren für internationale Projekte.

Der vom PMI® herausgegebene PMBOK® Guide, gilt seit Jahren als Standardwerk für PM-Methoden und liegt seit 2018 in der sechsten, prüfungsrelevanten Auflage vor. PMI® fokussiert die Standardisierung von Prozessen, Methoden und Begrifflichkeiten. Damit liefert PMI® für die Kommunikation und die Zusammenarbeit in Projekten eine einheitliche und effiziente Grundlage. Um die Zertifizierung dauerhaft zu erhalten, sind alle drei Jahre Re-Zertifizierungen notwendig. So erhalten Projektmanager den kontinuierlichen Bezug zu Theorie und Praxis und erreichen die erforderliche Anzahl an Projektaktivitäten.

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